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Achillessehnenriss und Achillodynie



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur): Durchtrennung der Achillessehne, die Wadenmuskulatur und Fuß verbindet. Ursache ist eine verschleißbedingte Schwächung des Sehnengewebes, oft bei Sporttreibenden (z. B. Fußball, Laufen, Tennis) im mittleren Lebensalter. Unmittelbarer Auslöser ist meist eine Belastungsspitze, z. B. beim Sprint oder Absprung. Operative und konservative Therapie stellen die Funktionsfähigkeit der Sehne innerhalb von 3 bis 4 Monaten wieder her.

Achillodynie: Schmerzen im Bereich der Achillessehne, entweder aufgrund von Verschleißerscheinungen im Sehnengewebe oder aufgrund einer Entzündung des Sehnengleitgewebes, der darunterliegenden Schleimbeutel und/oder des Sehnenansatzes am Fersenbein. Sie tritt oft nach ungewohnten sportlichen Belastungen auf und heilt nach Behandlung durch Schonung, (Teil)Entlastung und physikalische Maßnahmen innerhalb von mehreren Wochen bis Monaten. Die Beschwerden können aber wiederkehren.

Leitbeschwerden

Achillessehnenriss:

  • Gefühl eines Risses oder Tritts, oft verbunden mit einem peitschenhiebartigen Knall
  • Kurzer stechender Schmerz, meist jedoch nur wenig Schmerzen
  • Schwellung der Wade, im Bereich der Achillessehne
  • Gehen und Zehenstand unmöglich.

Achillodynie:

  • Schmerzen im Bereich der Achillessehne, anfangs v. a. bei Beginn und nach Beendigung einer Belastung (Laufen, Treppensteigen)
  • Verschlechterung der Beschwerden durch Barfußlaufen, Verbesserung durch Tragen von Schuhen mit Absatz
  • Oft druckschmerzhafte Verdickung und Rötung über der Achillessehne.

Wann zum Arzt

Sofort bei Anzeichen eines Achillessehnenrisses.

In den nächsten Wochen bei Schmerzen oder druckschmerzhaften Schwellungen an der Achillessehne.

Die Erkrankung

Die Achillessehne, die kräftigste Sehne des Körpers, verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Sie ist von einer reibungsarmen Gleitschicht, dem Sehnengleitgewebe, umgeben; sie wird durch zwei Schleimbeutel im oberen Fersenbeinbereich vor mechanischen Belastungen geschützt. Zieht sich die Wadenmuskulatur während der Abrollbewegung des Fußes zusammen, überträgt die Achillessehne die Kraft auf die Ferse und hebt sie vom Boden ab. Da das Fersenbein für diese Bewegung nur einen kurzen Hebelarm bietet, ist die Sehne dabei Zugkräften bis zu 400 kp (Kilopond; 400kp = 4 000 Kilonewton [kNJ] )ausgesetzt. Insbesondere bei Sportlern, die viel laufen und sprinten, führt die wiederkehrende Belastung manchmal zu einer schleichenden Schwächung (Degeneration) und nachfolgenden Verdickung des Sehnengewebes, typischerweise 3 cm oberhalb des Ansatzes am Fersenbein. Da diese Entwicklung häufig schmerzlos verläuft, bleibt sie meist unbemerkt. Ist der Verschleiß weit fortgeschritten, reicht jedoch eine kurze Belastungsspitze (z. B. beim Sprint oder einem Sprung), um die Sehne zum Reißen zu bringen. Gelegentlich tritt die Verletzung auch außerhalb sportlicher Aktivitäten auf, häufig in Zusammenhang mit Diabetes, rheumatischen Erkrankungen oder einer langfristigen Einnahme von Kortisonpräparaten.

Ein Warnzeichen, das manchmal frühzeitig auf Überlastungen der Achillessehne hinweist, ist die Achillodynie (schmerzhafte Achillessehne). Die Beschwerden beruhen auf Entzündungsvorgängen innerhalb der Sehne (mit Teilrissen von Faserbündeln), am Sehnengleitgewebe, an den Schleimbeuteln und/oder am Sehnenansatz des Fersenbeins (hinterer Fersensporn). Meist entstehen sie als Folge von sportlicher Über- und Fehlbelastung, z. B. durch Trainingsfehler, unzweckmäßiges Schuhwerk oder ungünstigen Untergrund (Unebenheiten, starkes Gefälle, harter Boden). Besonders häufig tritt eine Achillodynie bei Sportlern mit Fußfehlstellungen wie Plattfuß, Senkfuß, instabilem Sprunggelenk (z. B. nach Außenbandriss), X-Bein-Stellung und größeren Beinlängendifferenzen auf. Ohne konsequente Behandlung werden die anfangs belastungsabhängigen Beschwerden oft dauerhaft.

Das macht der Arzt

Achillessehnenriss

Die Diagnose ist schnell gestellt: Nach einem Riss der Achillessehne ist der Zehenstand nicht mehr möglich, zudem lässt sich meist eine Delle tasten. Der Ultraschall macht die Einblutung und die Unterbrechung der Sehne eindeutig sichtbar. Manchmal ist zur Therapieplanung ein Röntgenbild erforderlich, um einen knöchernen Ausriss der Achillessehne am Fersenbein auszuschließen.

Sieht der Arzt im Ultraschall, dass die Rissenden der Sehne zu stark auseinanderklaffen, um gut verheilen zu können, entscheidet er sich meist für eine Naht. Stark geschädigtes Sehnengewebe verstärkt der Operateur manchmal durch Teile der sehnigen Wadenmuskelhülle, die er zu diesem Zweck nach unten umklappt und aufnäht (Umkipp-Plastik). Nach der Operation ist es erforderlich, die Sehne mindestens 6 Wochen lang bis zu ihrer Heilung teilweise zu entlasten. Dies geschieht entweder durch einen mehrfach gewechselten Unterschenkelgehgips oder durch einen Spezialschuh mit schrittweise reduzierter Fersenerhöhung (Pneumatic Walker, Vacuped), der frühzeitig ein volles Auftreten auf den operierten Fuß ermöglicht (funktionelle Behandlung). Krankengymnastik unterstützt den schrittweisen Aufbau der normalen Belastung. Meist stellt die Therapie die Funktionsfähigkeit und sportliche Belastbarkeit der Sehne wieder vollständig her.

Der beschriebene Spezialschuh kommt auch dann zum Einsatz, wenn die Therapieentscheidung zugunsten einer konservativen Therapie fällt. Der Verzicht auf eine Operation ist sinnvoll, wenn die Ultraschalluntersuchung einen ausreichenden Kontakt der Rissenden zeigt. In diesem Fall ist zu erwarten, dass die Verletzung von selbst heilt. Während der 6- bis 10-wöchigen Behandlungszeit kontrolliert der Arzt regelmäßig den Heilungsverlauf.

Achillodynie

Meist zeigt die körperliche Untersuchung eine druckschmerzhafte Verdickung an der Achillessehne. Ultraschalluntersuchungen bestätigen die Diagnose. Im Zweifelsfall ist es notwendig, andere Ursachen von Fersenschmerzen auszuschließen, z. B. Nervenschmerzen bei Bandscheibenschäden.

Zur Therapie wird der Arzt – neben einem Vermeiden von schmerzauslösenden Belastungen (siehe Selbsthilfe) – eventuell Bandagen oder ein beidseitiges Fersenpolster empfehlen, das die Spannung der Achillessehne verringert. Eine kurzfristige Ruhigstellung im Gipsverband bleibt schweren Fällen vorbehalten, ebenso eine Injektion von kortisonhaltigen Präparaten neben die Achillessehne. Bei starken Schmerzen werden entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente (NSAR) verordnet. Auch eine Absatzerhöhung um etwa 1 cm entlastet die schmerzende Sehne. Krankengymnastik ist erst dann angesagt, wenn die akute Entzündung abgeklungen ist. Im Rahmen der physikalischen Therapie gelingt es manchmal, entzündungsbedingte Verklebungen der Achillessehne durch Bürstenmassagen oder Ultraschallbehandlung zu lösen.

Bei konsequenter Anwendung der beschriebenen Maßnahmen werden die meisten Betroffenen beschwerdefrei, jedoch erst innerhalb von einigen Wochen bis sogar Monaten. Nur sehr selten ist bei anhaltenden starken Schmerzen und bei Schwellungen nach erwiesenen Teilrissen eine Operation erforderlich.

Selbsthilfe

Bei einem Riss der Achillessehne sind als Erstbehandlung die Maßnahmen des P.E.C.H.-Schemas zu empfehlen. Wenn Sie als Sportler unter einer Achillodynie leiden, können Sie die Beschwerden nur dann verringern, wenn Sie die sportliche Aktivität vorübergehend einschränken, unterbrechen oder durch eine weniger belastende Sportart (z. B. Aquajogging) ersetzen. Sie sollten alles vermeiden, was Schmerzen auslöst. Einreibungen mit Sportsalbe (z. B. Diclofenac-ratiopharm® Gel), Eisanwendungen (v. a. nach dem Training) und Dehnübungen der Wadenmuskulatur unterstützen den Heilungsverlauf.

Vorsorge

Ausreichendes Aufwärmen vor der sportlichen Betätigung schützt vor Verletzungen der Achillessehne. Gutes Schuhwerk mit einer dämpfenden Sohle verhindert Belastungsspitzen beim Springen und beim Wiederauftreffen auf den Boden. Bei wiederkehrenden Schmerzen hilft oft ein Fersenkissen, eine Absatzerhöhung oder eine Versorgung mit orthopädischen Einlagen zum Ausgleich von Fußdeformitäten. Wichtig ist auch eine feste, ausreichend gepolsterte Fersenkappe, die am oberen Rand nicht einschneidet.

Komplementärmedizin

Vor allem bei hartnäckigen Beschwerden sind Magnettherapie, Homöopathie und Akupunktur Methoden der Wahl.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Martin Schäfer | zuletzt geändert am 31.03.2016 um 16:42


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