powered by apotheken.de Impressum  |  Datenschutzerklärung  |  Nutzungsbedingungen
gesundheit-heute.de » Krankheiten | Therapie » Krankheiten & Therapie » Schmerz- und Schlafmedizin » Hintergrundwissen Schmerzmedizin

Schmerzmedizinische Diagnostik



Der erste Ansprechpartner zur Diagnose von Schmerzen jeder Art ist der Hausarzt, der den Patienten nach Einschätzung der Symptome an den entsprechenden Spezialisten überweist (z. B. Radiologen, Neurologen, Schmerztherapeuten oder Anästhesisten).

Die Diagnose chronischer Schmerzen ist oft schwierig, vor allem langwierig, und manchmal ist sie Detektivarbeit. Denn es gibt, im Gegensatz zu anderen Erkrankungen, kaum messbare Parameter, an denen der Arzt sich orientieren kann. Dennoch sollte er die Diagnostik gewissenhaft durchführen, denn der Therapieerfolg hängt vom richtigen therapeutischen Weg ab – auch wenn das Ergebnis für den Arzt nur schwer prüfbar ist. Ob ein Medikament wirksam ist, ob also die Schmerzen gelindert werden, kann er nur in einem Gespräch mit dem Patienten feststellen.

Viele Schmerzpatienten haben auf der Suche nach der Ursache ihrer Schmerzen eine Odyssee durch die schul- oder alternativmedizinische Diagnostik hinter sich. Deshalb fällt es ihnen schwer zu verstehen, dass nicht eine bisher unerkannte Erkrankung, sondern der Schmerz selbst das Hauptproblem ist. Andererseits kann der Schmerztherapeut nicht helfen, solange mit einer entsprechenden Diagnostik z. B. ein Tumor noch nicht ausgeschlossen ist.

Objektive Diagnostik

Um die Ursache einer schmerzauslösenden Erkrankung zu identifizieren, ist zu Beginn eine zielgerichtete Diagnostik notwendig. Dabei stellen Ärzte nicht selten einen großen Unterschied zwischen den subjektiven Beschwerden des Patienten und den Ergebnissen objektiver Untersuchungsmethoden fest, z. B. beim Röntgen oder CT. So können Menschen mit stark abgenutzter Wirbelsäule völlig beschwerdefrei sein, während andere unter sehr starken Rückenschmerzen leiden, aber unauffällige Untersuchungsbefunde aufweisen. Dies bedeutet nicht, dass diese Patienten sich ihre Beschwerden einbilden. Denn mit den verfügbaren Untersuchungsmethoden können die Ursachen für das Schmerzempfinden des Patienten manchmal nicht erfasst werden. Wiederholte apparative Untersuchungen im Verlauf einer Schmerzerkrankung sind dann angebracht, wenn sich die Symptome plötzlich geändert haben. So z. B. dann, wenn Kopfschmerzen plötzlich mit Sehstörungen auftreten, oder wenn Kreuzschmerzen auch ins Bein ausstrahlen.

Subjektive Diagnostik

Um die Intensität des Schmerzes und vor allem die Wirksamkeit einer Therapie zu prüfen, wurden mehrere Messverfahren entwickelt. Diese einfachen, aber sehr wirkungsvollen Methoden basieren auf der Mitarbeit des Patienten. Da seine (notwendigerweise subjektive) Wahrnehmung entscheidend für das Ergebnis ist, fasst der Arzt sie unter der subjektiven Schmerzdiagnostik zusammen:

Schmerzskala. Der Betroffene markiert auf einer Skala die Zahl, die die empfundene Stärke seiner Schmerzen repräsentiert (numerische Ratingskala, NRS). Die niedrigste Zahl bedeutet „kein Schmerz“ und die höchste „stärkster vorstellbarer Schmerz“. Bei einem ähnlichen Verfahren, der visuellen Analogskala (VAS), werden die Zahlen der Schmerzskala durch einen Keil ersetzt, dessen schmalste Stelle „kein Schmerz“ und die breiteste den „stärksten vorstellbaren Schmerz“ darstellt.

Schmerztagebuch. Bei chronischen Schmerzen ist es hilfreich, ein Schmerztagebuch anzulegen. Darin notiert der Patient täglich während eines bestimmten Zeitraums – meist 2 bis 4 Wochen –, ob er Schmerzen hat, wie lange diese Schmerzen dauern und wie intensiv sie sind. Außerdem sollten bestimmte Gewohnheiten wie Schlaf- und Essrhythmus, Stress und Monatsblutung notiert werden. Die Auswertung des Schmerztagebuchs zeigt manchmal unerwartete Zusammenhänge. Patienten entdecken bisher nicht erkannte Schmerzauslöser oder Schmerzverstärker. Werden diese Ursachen gemieden oder Medikamente rechtzeitig eingenommen, kann der Schmerz abgeschwächt, manchmal sogar unterbunden werden. Kommt es z. B. regelmäßig zu Migräneanfällen am Beginn der Monatsblutung, kann eine frühzeitig begonnene Migränetherapie die Attacken erheblich lindern.

Das Schmerztagebuch hilft auch dann, wenn gemeinsam mit dem Therapeuten realistische Therapieziele erarbeitet werden sollen. Gerade in der chronischen Schmerztherapie ist es leider oftmals unmöglich, eine vollständige Beschwerdefreiheit zu erreichen. Mit Hilfe des Schmerztagebuchs werden aber auch kleinere Fortschritte sichtbar, die sich der Patient auf diese Weise viel mehr bewusst macht und daraus neue Motivation für die Behandlung schöpfen kann.

Schmerzwahrnehmung und Schmerztoleranz. Auch die Einstellung zum Schmerz bestimmt, wie intensiv dieser wahrgenommen wird. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Schmerztoleranz von Ausdauer- und Kraftsportlern höher ist als von Nicht-Sportlern, das heißt, Sportler fühlen Schmerz in gleicher Weise, lassen sich jedoch weniger von ihm beeinträchtigen.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Dorit Maoz, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 30.03.2016 um 17:45


Wir sind für Sie da

Öffnungszeiten

    Mo - Di
    08:30 bis 12:30 und 14:00 bis 18:30
    Mi
    08:30 bis 12:30
    Do - Fr
    08:30 bis 12:30 und 14:00 bis 18:30
    Sa
    08:30 bis 12:30

notdienste

News

Kinderkrankheiten in Deutschland

In der kalten Jahreszeit verbreiten sich Infekte in Kitas und Kindergärten besonders häufig. Neben... mehr

Frauengehirn belohnt Großzügigkeit

Männer und Frauen erwarten durch unterschiedliches Verhalten eine Belohnung. Das zeigt eine aktuelle... mehr

Entlassrezept hilft Klinikpatienten

Seit dem 1. Oktober können Krankenhauspatienten bereits bei ihrer Entlassung ein Rezept für benötigte... mehr

Herzinfarkt gut überstehen

Um einen Herzinfarkt gut zu überstehen, braucht es zweierlei: eine möglichst frühe Versorgung durch den... mehr

Gehirnerschütterung ernst nehmen

Eine Gehirnerschütterung macht sich nicht immer direkt als solche bemerkbar. Wonach Betroffene Ausschau... mehr

ApothekenApp

Die Herrenberg-Apotheke auf Ihrem iPhone, iPad, iPod oder Android-Smartphone:

Available on App Store
Android app on Google Play
ApothekenApp gratis installieren und PLZ "66879" und "Herrenberg-Apotheke" eingeben.
Mit Vorbestellfunktion, täglichen Gesundheitsmeldungen, Notdienstapotheken-Suche und vielem mehr.
Die ApothekenApp der Herrenberg-Apotheke – die Apotheke für unterwegs.